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Wasserball: Vom letzten DDR-Meister über eine Champions League Teilnahme zur Masters EM Ü50

Die Masters Mannschaft der Abteilung Wasserball/TEam Empor 09 in einem Gruppenfoto.

Als die Wasserballer der BSG Empor HO Halle-Neustadt 1990 der letzte DDR Meister wurde und sich somit für die Champions League in der Saison 1990 qualifizierte, konnte keiner ahnen, dass man 36 Jahre später immer noch aktiv im Wasser unterwegs ist und zur Europameisterschaft nach Bratislava fährt. Wasserball wurde in der ehemaligen DDR nicht gefördert und somit mit 2 Hallenzeiten pro
Woche nicht professionell betrieben. Im Achtelfinale der Champions League in Zagreb im Jahr 1990 war man zwar chancenlos gegen den späteren Champions League Sieger Zagreb, gegen Marseille und gegen Katalonien, aber man avancierte zum Publikumsliebling. Jedes Tor wurde euphorisch bejubelt.

Da ein Großteil der damaligen Mannschaftskameraden immer noch aktiv ist und in der 2. Mannschaft des SV Halle spielt, wurde beschlossen dieses Jahr an der Masters EM (Altersklassenmeisterschaft) in der Kategorie Ü50 in Bratislava teilzunehmen. Es war klar, dass man gegen ehemalige Weltklassespieler keine Chance hat, aber hier zählt der olympische Gedanke. In der Gruppenphase warteten die Mannschaften von Decin aus Tschechin und die Mannschaft aus Budapest auf die Hallenser. Das erste Spiel gegen Decin war entscheidend für den weiteren Turnierverlauf. Halle war zwar das bessere Team, durch die schlechte Chancenverwertung geriet man
aber zeitweise mit 3 Toren in Rückstand (3:6). Durch eine geschlossene Mannschaftsleistung konnte bis kurz vor Schluss ein Gleichstand erzielt werden. Nach einem sehenswerten Konter von Jörg Kahn erzielte Halle 0,6 Sekunden vor Abpfiff den verdienten vielumjubelten Siegtreffer zum 8:7.

Gegen die ehemaligen Weltklassespieler aus Budapest war man chancenlos und verlor 9:2. Durch den Sieg gegen Decin stand man im Viertelfinale. Jetzt gab es nur noch richtig schwere Gegner. Als nächstes stand Dubrovnik auf dem Spielplan. Gegen den späteren Vizemeister wurde klar mit 19:7 verloren, wobei eine Torausbeute von 7 Toren doch merkenswert war. Nun war maximal der 5. Platz
noch möglich. Das nächste Spiel gegen Split konnten die Hallenser richtig gut mithalten. Der anfänglichen 3 Tore Rückstand konnte zwischenzeitlich bis auf 1 Tor Rückstand (5:4) verkürzt werden. Zum Schluss setzte sich aber Split mit 10:6 durch. Somit ging es im abschließenden Spiel um Platz 7 wieder gegen die Mannschaft aus Budapest. Da sich der hallesche Center und Spielmacher
Cristian Beck verletzt hatte konnte man hier nicht gegenhalten und verlor deutlich 21:5.

Europameister wurde zum Schluss die Auswahl aus Montenegro vor Dubrovnik und der zweiten deutschen Mannschaft aus Uerdingen. Die Hallenser waren mit dem 8. Platz voll zufrieden. Der Vorrundengegner Decin belegte nach den Hallensern den 9. Platz von insgesamt 13 Mannschaften.
Kurios ist noch zu bemerken, dass der hallesche Torwart Phillip Steidler im Turnierverlauf 2 Tore
erzielte – ein Tor im Überzahlspiel und ein Direktwurf über das gesamte Spielfeld.

Nächstes Jahr findet die WM in Budapest statt, an welcher die Hallenser ebenfalls teilnehmen und an ihre guten Leistungen anknüpfen wollen.

Für Halle spielten: P. Steidler (2), K. Kühn (1), P. Gaudig (6), H. Wünsch (1), T. Reich (5), J. Kahn (1), C.
Beck (6), J.-P. Oblau (2), T. Weniger, T. Beinert (2), F. Fahrig, A. Haring (2), H. Zantop, S. Bielke

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