Alles gegeben - Platz vier erkämpft: Anja Adler - Europameisterschaften Sprint Kanu und Para Kanu

- 15.06.2026
Mit einer persönlichen Bestzeit, einem vierten und einem neunten Platz beendete Para Kanutin Anja Adler (SV Halle) die Europameisterschaften 2026 im portugiesischen Montemor-o-Velho am vergangenen Wochenende. Adler startete in zwei Bootsklassen, sowohl im Auslegerboot Váa (Startklasse VL3) als auch im Kajak (KL2).
Die Vorläufe am letzten Donnerstag liefen in beiden Bootsklassen gut.
Das erste Rennen im Váa war für die Hallenserin ein toller EM-Auftakt mit persönlicher Bestzeit von 59.544 Sekunden. Damit lag sie unter der wichtigen Marke von 60 Sekunden und dass, obwohl sie in dieser Bootsklasse seit Jahresbeginn nur vier Trainingseinheiten absolviert hatte.
Adler kommentierte hinterher: „Es war ein mit Wohlfühlfaktor gefahrenes Rennen und auch im Halbfinale passte es mit der souveränen Qualifikation fürs Finale, was mein wichtigstes Ziel war.“
Das Váa-Finale war ein gutes Rennen in einem starken Feld. In Abstimmung mit ihrem Disziplintrainer und nach der Hälfte der 200-Meter-Strecke gut im Feld liegend, zog sie durch und erreichte eine kleine Zeitsteigerung gegenüber dem Halbfinale. Mit engsten Zeitdifferenzen zwischen Platz vier und neun überquerte Adler als Neunte die Ziellinie und schätz das Rennen für sich als erfolgreich ein, wenngleich ein besserer Platz schön gewesen wäre.
Europameisterin 2026 wurde Charlotte Henshaw vor Hope Gordon (beide Großbritannien) und der Französin Elea Charvet.
Der Vorlauf im Kajak sechs Stunden nach dem Váa-Vorlauf war völlig in Ordnung. Adler blieb an Katalin Varga dran und fuhr 0.25 Sekunden hinter der Ungarin sicher mit rund 95 Prozent Leistungsausschöpfung ins Finale. Was dann am Samstag im Finalrennen los war, kann Adler bis jetzt noch nicht einschätzen. Sie wurde Vierte hinter den beiden Britinnen Henshaw und Wiggs sowie der Ungarin Varga.
„Es lief schon vom Start weg schlecht, es fehlte mir die nötige Aggressivität. Woran das lag muss ich noch analysieren, das ist mir dieses Jahr noch nie passiert. Dann fand ich einfach nicht mehr ins Rennen, konnte keinen Rhythmus aufnehmen. Ich habe alles gegeben, doch es war nicht mein Rennen. So war es wieder mal der vierte Platz, obwohl ich weiß, dass ich es besser kann“, schätze Adler nach den Wettkampftagen ein.
Der Adler-Blick geht klar nach vorne. Als nächstes steht vom 22. bis 28. Juni die Marathon-EM in Rumänien an, gefolgt vom Weltcup in Kanada am zweiten Juli-Wochenende und den Finals in Hannover vom 23. bis 27. Juli.
Text: Annette Lippstreu
Foto: Richard Pokorny





